Zur Person

1952 geb. in Berlin, lebt und arbeitet seit 1974 im Landkreis Lüchow-Dannenberg
1997-2003 Unterricht bei der Malerin und Bildhauerin Christine Schell
2002 Seminar für Ölmalerei in Worpswede bei dem Künstler Peter Lange
2007-2008 Basisstudium der Malerei an der Akademie für Malerei Berlin (AfMB), Klasse Ute Wöllmann
2009-2010 Hauptstudium an der Akademie für Malerei Berlin (AfMB), Klasse Andreas Amrhein
2010 Öffentliche Präsentation zur Aufnahme in das Masterstudium, Klasse Andreas Amrhein
2010 Gründungsmitglied der Produzentengalerie ROOT am Savignyplatz, Berlin
2012 Öffentliche Abschlusspräsentation, Meisterschülerin von Andreas Amrhein
2013 Ankauf von drei Bildern durch das Auswärtige Amt

Irmgard Bornemanns Werk hat an der Akademie für Malerei eine erstaunliche Entwicklung genommen. Wer aktuelle Bilder mit Arbeiten von vor fünf Jahren vergleicht, kann kaum glauben, dass es sich dabei um dieselbe Künstlerin handelt, und doch ist Irmgard Bornemann im Grunde ein sehr bodenständiger Mensch. Angetreten ist sie mit einer Legion von Federzeichnungen von Kopfweiden. Ich hatte damals das Gefühl, dass Irmgard eigentzlich gar nicht mehr aus ihrem Haus in die von ihr geliebte Natur treten musste, um die Weiden in ihrer Umgebung zu zeichnen oder zu malen, so sicher war und ist sie darin.

Ihrer Neugier und der Lust am Experiment aber ist es zu verdanken, dass Irmgard Bornemann im Laufe ihres Studiums etwas völlig anderes für sich entdeckt und entwickelt hat: die fette Ölfarbe, dick aufgetragen. Eine altmodisch-gemusterte, rote Velourstapete hat dann Relief, Motiv und Muster geliefert, die Irmgard intuitiv mit pastos aufgetragener Farbpaste ergänzt hat.

Im Laufe der Zeit traten die eincollagierten Tapetenstücke immer mehr zugunsten einer freieren Komposition zurück. Nun sind die Singvögel, Kakadus, Raben und Wölfe oft nur noch Anlass für ein freieres Spiel reliefartig aufgetragener Farbmassen, bisweilen auch wieder kontrastiert mit den dünnen Linien der frühen Federzeichnungen. Dennoch: der freien Abstraktion gilt nicht ihr Hauptinteresse - das erzählerische Moment ist und bleibt ihr wichtig.

Konsequent hat Irmgard Bornemann nun ihre Motive in verschiedenen monochromen Farben durchgespielt und in ihrer eigenen Bildsprache überzeugende Ergebnisse geschaffen: im würdevollen Schwarz, im süßlichen Rosa wie auch im nüchternen Weiß.

Ihren Weg geht sie sehr souverän und unbeirrt und sie versteht es, mit spielerischer Experimentierfreuede ihrem Werk immer neue Facetten abzugewinnen und den Betrachter zu überraschen.

(...)

Andreas Amrhein
Berlin im August 2012
Quelle: EDITION Akademie für Malerei Berlin, Meisterschülerkatalog Nummer 23, Seite 4-5